Felgen-Lochkreis messen: So bestimmen Sie den richtigen PCD

Felge Motointegrator

Der Lochkreis einer Felge gehört zu den wichtigsten Maßen beim Wechsel auf neue Räder. Er gibt an, wie viele Befestigungsbohrungen vorhanden sind und auf welchem Kreisdurchmesser deren Mittelpunkte liegen. Die Bezeichnung 5×112 bedeutet beispielsweise, dass fünf Befestigungslöcher auf einem gedachten Kreis mit 112 mm Durchmesser angeordnet sind. Dieser Wert wird auch als PCD bezeichnet und muss zur Radbefestigung des Fahrzeugs passen.

Wer neue Felgen kaufen möchte, sollte deshalb nicht nur auf den Durchmesser in Zoll achten. Zwei Felgen mit 16, 17 oder 18 Zoll können völlig unterschiedliche Lochkreise besitzen. Selbst wenn sie äußerlich ähnlich aussehen, lassen sie sich möglicherweise nicht auf derselben Radnabe montieren. Schon geringe Abweichungen können verhindern, dass die Radschrauben korrekt sitzen.

Den Felgen-Lochkreis kann man anhand der Herstellerangaben bestimmen oder selbst messen. Bei vier und sechs Befestigungslöchern ist das vergleichsweise einfach. Bei einer Felge mit fünf Löchern wird dagegen eine zusätzliche Berechnung benötigt. Darüber hinaus spielen die Mittenbohrung, die Einpresstiefe und die zulässige Rad-Reifen-Kombination eine wichtige Rolle. In Österreich müssen bei bestimmten Änderungen außerdem die Anforderungen an die Genehmigung und Eintragung von Felgen beachtet werden.

Was bedeutet der Lochkreis bei Felgen?

Der Lochkreis bezeichnet den Durchmesser eines gedachten Kreises, der durch die Mittelpunkte sämtlicher Befestigungsbohrungen einer Felge verläuft. Die Bohrungen sind gleichmäßig um die Radmitte verteilt und dienen der Verbindung des Rades mit der Radnabe.

In technischen Unterlagen findet sich häufig die Abkürzung PCD. Sie steht für den englischen Begriff Pitch Circle Diameter. Im deutschsprachigen Raum werden auch die Bezeichnungen Lochkreisdurchmesser, Lochabstand und das Kürzel LK verwendet.

Die Angabe besteht aus zwei Zahlen, die durch ein x getrennt sind. Die erste Zahl beschreibt die Anzahl der Befestigungslöcher. Die zweite gibt den Durchmesser des Lochkreises in Millimetern an.

Typische Beispiele sind:

  • 4×100: vier Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 100 mm Durchmesser.
  • 4×108: vier Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 108 mm Durchmesser.
  • 5×108: fünf Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 108 mm Durchmesser.
  • 5×112: fünf Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser.
  • 5×120: fünf Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 120 mm Durchmesser.
  • 6×139,7: sechs Befestigungslöcher auf einem Kreis mit 139,7 mm Durchmesser.

Der Lochkreis ist nicht mit dem Felgendurchmesser zu verwechseln. Eine Felge mit 17 Zoll kann beispielsweise den Lochkreis 5×112 oder 5×114,3 besitzen. Ebenso können Felgen unterschiedlicher Durchmesser denselben PCD aufweisen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied besteht zwischen dem Lochkreis und der Mittenbohrung. Letztere bezeichnet die zentrale Öffnung der Felge. Sie ist bei entsprechend konstruierten Radbefestigungen für die korrekte Zentrierung auf der Radnabe vorgesehen. Beide Maße müssen bei der Auswahl geeigneter Felgen getrennt überprüft werden.

Warum muss der Felgen-Lochkreis genau passen?

Die Befestigungsbohrungen einer Felge müssen mit der Anordnung der Gewindebohrungen oder Radbolzen an der Radnabe übereinstimmen. Ist das nicht der Fall, können die Befestigungselemente nicht wie vorgesehen montiert werden.

Ein Beispiel dafür sind die Lochkreise 5×112 und 5×114,3. Beide Varianten verfügen über fünf Befestigungslöcher. Der Durchmesser des Lochkreises unterscheidet sich jedoch um 2,3 mm. Diese Differenz ist keine zulässige Montagetoleranz.

Während der Fahrt wirken unterschiedliche Kräfte auf das Rad. Beim Beschleunigen, Bremsen und in Kurven wird die Verbindung zwischen Felge und Radnabe belastet. Hinzu kommen Stöße durch Schlaglöcher und Fahrbahnunebenheiten.

Bei einer falschen Befestigung können einzelne Bauteile ungünstig beansprucht werden. Das kann zu Schäden an den Schrauben, an den Befestigungsflächen oder am Rad selbst führen. Im schlimmsten Fall besteht die Gefahr, dass sich die Radbefestigung löst.

Eine Felge mit abweichendem PCD darf deshalb nicht durch stärkeres Anziehen der Radschrauben passend gemacht werden. Auch das eigenmächtige Aufbohren der Befestigungslöcher ist keine geeignete Lösung.

Für manche Anwendungen gibt es spezielle Lochkreisadapter. Deren Verwendung setzt allerdings voraus, dass das gesamte System technisch geeignet und für die betreffende Fahrzeugkombination zulässig ist. Auch die Auswirkungen auf die Radposition und die Einpresstiefe müssen berücksichtigt werden.

Wie kann man den Lochkreis einer Felge messen?

Zum Messen des Lochkreises eignet sich ein Messschieber. Noch einfacher funktioniert die Bestimmung mit einer speziellen Lochkreislehre. Diese Werkzeuge werden vor allem dann verwendet, wenn die Kennzeichnung auf einer Felge fehlt oder nicht mehr lesbar ist.

Am besten erfolgt die Messung an einer demontierten Felge. Die Befestigungsbohrungen sollten sauber und frei von Beschädigungen sein. Rost, Verschmutzungen und verformte Lochkanten können das Ergebnis beeinflussen.

Bei der Messung ist zwischen den eigentlichen Bohrungen und den Sitzen der Radschrauben zu unterscheiden. Manche Felgen besitzen kegelförmige oder kugelförmige Schraubensitze. Deren äußere Ränder sind nicht automatisch geeignete Messpunkte.

Lochkreis bei einer 4-Loch-Felge messen

Bei einer Felge mit vier Befestigungslöchern liegen jeweils zwei Bohrungen genau gegenüber. Der Abstand zwischen ihren Mittelpunkten entspricht dem Durchmesser des Lochkreises.

Die Messung erfolgt in vier Schritten:

  1. Zwei gegenüberliegende Befestigungslöcher auswählen.
  2. Die Mittelpunkte der beiden Bohrungen bestimmen.
  3. Den Abstand zwischen diesen Mittelpunkten mit einem Messschieber messen.
  4. Den Wert in Millimetern ablesen und gemeinsam mit der Anzahl der Löcher notieren.

Ergibt die Messung einen Abstand von 100 mm, liegt ein Lochkreis von 4×100 vor. Bei 108 mm lautet die Bezeichnung 4×108.

Sind die Bohrungen gleich groß, kann alternativ die Entfernung zwischen zwei gleichgerichteten Bohrungskanten gemessen werden. Dabei muss die Messstrecke entlang der Verbindungslinie der beiden Mittelpunkte verlaufen.

Zur Kontrolle empfiehlt sich eine zweite Messung an der anderen gegenüberliegenden Lochpaarung. Stimmen die Ergebnisse nicht überein, sollten die Messpunkte erneut überprüft werden.

Lochkreis bei einer 5-Loch-Felge messen

Bei fünf Befestigungslöchern ist die Messung etwas aufwendiger. Anders als bei einer Felge mit vier oder sechs Löchern liegt keine Bohrung genau gegenüber einer anderen.

Deshalb muss der Lochkreisdurchmesser aus einer anderen Strecke berechnet werden. Eine Möglichkeit besteht darin, die Entfernung zwischen den Mittelpunkten zweier benachbarter Befestigungslöcher zu messen.

Für fünf gleichmäßig angeordnete Bohrungen gilt folgende Formel:

PCD = s / 0,5878

Der Wert s steht für den Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier unmittelbar benachbarter Bohrungen. Der Faktor 0,5878 ergibt sich aus der geometrischen Anordnung der fünf Befestigungslöcher.

Ein Beispiel:

  • Gemessener Abstand zwischen zwei benachbarten Lochmitteln: 65,8 mm.
  • Berechnung: 65,8 / 0,5878 = rund 111,9 mm.
  • Der ermittelte Wert liegt nahe beim nominalen Lochkreis 5×112.

Alternativ kann die längere Verbindung zwischen zwei Bohrungsmittelpunkten gemessen werden, zwischen denen eine weitere Bohrung liegt. Für diese Strecke gilt ein anderer Umrechnungsfaktor:

PCD = s / 0,9511

In diesem Fall steht s für den gemessenen längeren Abstand.

Bei beiden Verfahren müssen die Mittelpunkte möglichst genau bestimmt werden. Bereits kleinere Messfehler können dazu führen, dass ein falscher PCD angenommen wird.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, den Lochkreis über die zentrale Öffnung der Felge zu ermitteln. Dazu werden drei Abmessungen benötigt:

  • A: Durchmesser der Mittenbohrung.
  • B: Durchmesser einer Befestigungsbohrung.
  • C: Abstand zwischen den einander zugewandten Kanten der Mittenbohrung und der Befestigungsbohrung, gemessen entlang der Verbindung ihrer Mittelpunkte.

Die Berechnung lautet:

PCD = A + B + (2 x C)

Diese Beziehung ist geometrisch korrekt, wenn die genannten Messpunkte exakt auf einer gemeinsamen radialen Linie liegen. In der Praxis können Fasen, abgerundete Kanten oder vertiefte Schraubensitze eine genaue Messung erschweren.

Bei Unsicherheiten sollte eine Lochkreislehre verwendet oder die Kennzeichnung anhand der Herstellerdaten überprüft werden. Ein ungefährer Messwert reicht nicht aus, um die Eignung einer Felge für ein bestimmtes Fahrzeug sicher zu bestätigen.

Lochkreis bei einer 6-Loch-Felge messen

Bei einer Felge mit sechs Befestigungslöchern funktioniert die Messung nach demselben Prinzip wie bei einer 4-Loch-Felge. Auch hier befinden sich jeweils zwei Bohrungen genau gegenüber.

Gemessen wird der Abstand zwischen den Mittelpunkten einer solchen Lochpaarung. Ergibt sich ein Wert von 139,7 mm, lautet die Bezeichnung 6×139,7.

Das Ergebnis sollte mit einer weiteren gegenüberliegenden Lochpaarung kontrolliert werden. Größere Abweichungen zwischen den Messungen deuten auf ungenaue Messpunkte oder eine fehlerhafte Positionierung des Werkzeugs hin.

Welche Lochkreise gibt es bei Autofelgen?

Im Automobilbereich werden zahlreiche Lochkreise eingesetzt. Manche Werte sind in den technischen Katalogen häufiger vertreten als andere. Trotzdem lässt sich nicht pauschal behaupten, dass alle Fahrzeuge eines Herstellers denselben Lochkreis besitzen.

Die folgende Tabelle zeigt Beispiele für unterschiedliche Befestigungsmuster.

Lochkreis Anzahl der Löcher Lochkreisdurchmesser
4×98 4 98 mm
4×100 4 100 mm
4×108 4 108 mm
5×100 5 100 mm
5×108 5 108 mm
5×110 5 110 mm
5×112 5 112 mm
5×114,3 5 114,3 mm
5×120 5 120 mm
5×130 5 130 mm
6×139,7 6 139,7 mm

Die Tabelle dient ausschließlich zur Erklärung der verschiedenen Maße. Sie erlaubt keine direkte Zuordnung zu einem bestimmten Fahrzeugmodell.

In internationalen Felgenkatalogen wird der Lochkreis teilweise in Zoll angegeben. Ein Zoll entspricht genau 25,4 mm. Beispielsweise sind 114,3 mm gleich 4,5 Zoll. Deshalb kann der Lochkreis 5×114,3 auch als 5×4,5 bezeichnet werden.

Bei Felgen aus anderen Märkten sollte besonders darauf geachtet werden, welche Maßeinheit verwendet wird. Die Angabe muss mit den technischen Daten des Fahrzeugs verglichen werden.

Wo steht der Lochkreis auf der Felge?

Viele Felgenhersteller kennzeichnen ihre Produkte direkt mit technischen Angaben. Diese befinden sich häufig auf der Rückseite der Speichen, in der Nähe der Radanschlussfläche oder an einer anderen Stelle der Felgeninnenseite.

Der Lochkreis kann beispielsweise als LK 5×112 oder PCD 5×112 angegeben sein. Allerdings sind nicht bei jeder Felge sämtliche Abmessungen unmittelbar eingegossen oder eingeprägt.

Eine typische Felgenbezeichnung kann folgendermaßen aussehen:

7Jx17 H2 ET45 LK 5×112

Die einzelnen Angaben bedeuten:

  • 7: Felgenbreite in Zoll, auch Maulweite genannt.
  • J: Kennzeichnung der Felgenhornform.
  • 17: Felgendurchmesser in Zoll.
  • H2: Felgenkontur mit zwei Humps.
  • ET45: Einpresstiefe von 45 mm.
  • LK 5×112: fünf Befestigungsbohrungen auf einem Kreis mit 112 mm Durchmesser.

Ist die Kennzeichnung nicht mehr erkennbar, kann die Artikelnummer oder Modellbezeichnung der Felge weiterhelfen. Viele Hersteller stellen technische Unterlagen bereit, in denen Lochkreis, Mittenbohrung, Tragfähigkeit und weitere Maße angegeben sind.

Besonders bei gebrauchten Felgen sollte die Zuordnung sorgfältig überprüft werden. Dass eine Felge zuvor auf einem Fahrzeug montiert war, stellt keinen ausreichenden Nachweis dar, dass sie auch für ein anderes Modell geeignet ist.

Wie findet man den richtigen Lochkreis für das eigene Auto?

Für die Auswahl neuer Felgen sind die technischen Vorgaben des Fahrzeugherstellers maßgeblich. Die genaue Ausführung des Fahrzeugs ist dabei wichtiger als die allgemeine Markenbezeichnung.

Je nach Baureihe, Generation und Fahrzeugvariante können unterschiedliche Radbefestigungen verwendet werden. Auch bei importierten Fahrzeugen ist eine sorgfältige Überprüfung sinnvoll.

In Österreich stehen mehrere Möglichkeiten zur Verfügung, um die erforderlichen Fahrzeugdaten zu ermitteln.

Typenschein und Genehmigungsdokument

Der Typenschein beziehungsweise das für das Fahrzeug gültige Genehmigungsdokument enthält wichtige technische Informationen zur zugelassenen Fahrzeugausführung.

Dazu gehören insbesondere Angaben über die vorgesehenen Rad-Reifen-Kombinationen. Der genaue Lochkreis muss darin allerdings nicht als eigenständiger Parameter ausgewiesen sein.

Bei neueren Fahrzeugen können auch das CoC-Dokument und die Einträge in der österreichischen Genehmigungsdatenbank relevant sein.

Der Zulassungsschein dient der Identifizierung des Fahrzeugs, ersetzt aber nicht die technischen Herstellerunterlagen. Für eine eindeutige Zuordnung können die Fahrgestellnummer beziehungsweise Fahrzeug-Identifizierungsnummer (FIN) und ein geeigneter Felgenkatalog herangezogen werden.

Technische Angaben des Felgenherstellers

Felgenhersteller stellen für ihre Produkte technische Daten zur Verfügung. Dort finden sich üblicherweise Angaben zu Durchmesser, Breite, Lochkreis, Einpresstiefe und Mittenbohrung.

Bei der Auswahl von Alufelgen sollten diese Werte mit den Anforderungen der konkreten Fahrzeugausführung abgeglichen werden. Zusätzlich muss geprüft werden, ob für die geplante Verwendung eine entsprechende Genehmigung vorliegt.

Ein übereinstimmender Lochkreis bedeutet nicht automatisch, dass eine Felge für jedes Fahrzeug mit dieser Radbefestigung geeignet ist.

Welche Felgenmaße sind neben dem Lochkreis wichtig?

Eine Felge kann den passenden PCD besitzen und trotzdem ungeeignet sein. Neben der Anordnung der Befestigungslöcher müssen weitere Abmessungen und technische Eigenschaften berücksichtigt werden.

Zu den wichtigsten Parametern gehören:

  • Felgendurchmesser: Er wird in Zoll angegeben und muss zur vorgesehenen Rad-Reifen-Kombination passen.
  • Felgenbreite: Sie bestimmt, welche Reifenbreiten unter den jeweiligen technischen Voraussetzungen verwendet werden können.
  • Einpresstiefe (ET): Sie beschreibt den Abstand zwischen der Radanschlussfläche und der Mittelebene der Felge.
  • Mittenbohrung: Ihr Durchmesser muss eine korrekte Montage und Zentrierung auf der Radnabe ermöglichen.
  • Tragfähigkeit: Die Felge muss für die vorgesehenen Belastungen des Fahrzeugs ausgelegt sein.
  • Freigängigkeit: Zwischen Rad, Bremsanlage, Fahrwerk und Karosserie müssen die erforderlichen Abstände vorhanden sein.
  • Radbefestigung: Radschrauben, Radbolzen oder Radmuttern müssen hinsichtlich Gewinde, Länge und Sitzform zur vorgesehenen Montage passen.

Die Einpresstiefe verdient besondere Aufmerksamkeit. Zwei Felgen mit identischem Lochkreis können aufgrund unterschiedlicher ET-Werte verschieden weit innen oder außen im Radhaus stehen.

Dadurch können sich die Abstände zur Bremsanlage, zur Radaufhängung und zur Karosserie verändern. Eine Felge mit falscher Einpresstiefe ist deshalb nicht automatisch verwendbar, nur weil die Befestigungslöcher passen.

Welche Funktion haben Zentrierringe?

Manche Zubehörfelgen besitzen eine größere Mittenbohrung als der Zentrierbund an der Radnabe. Für solche Anwendungen können vom Felgenhersteller passende Zentrierringe vorgesehen sein.

Die Ringe gleichen den Unterschied zwischen den beiden Durchmessern aus und ermöglichen die konstruktiv vorgesehene Zentrierung der Felge.

Dafür müssen sowohl der Außendurchmesser als auch der Innendurchmesser des Zentrierrings stimmen. Außerdem ist zu prüfen, ob der Hersteller die Verwendung eines solchen Rings für die betreffende Rad-Fahrzeug-Kombination erlaubt.

Ein Zentrierring verändert den Lochkreis nicht. Er kann daher keine Felge mit falscher Lochanordnung passend machen.

Ist die Mittenbohrung einer Felge zu klein, darf sie auch nicht eigenmächtig vergrößert werden. Änderungen an sicherheitsrelevanten Felgenbereichen können die Festigkeit und die Gültigkeit vorhandener Genehmigungen beeinträchtigen.

Felgen in Österreich: Wann ist eine Typisierung notwendig?

Beim Austausch von serienmäßigen Felgen gegen Zubehörfelgen müssen in Österreich die geltenden Genehmigungsbestimmungen beachtet werden. Entscheidend ist nicht allein, ob sich die Felge technisch montieren lässt, sondern auch, ob die Rad-Reifen-Kombination für das Fahrzeug zulässig ist.

Die rechtlichen Grundlagen ergeben sich unter anderem aus dem Kraftfahrgesetz (KFG) und der Kraftfahrgesetz-Durchführungsverordnung (KDV).

Bei Änderungen, die die Verkehrs- oder Betriebssicherheit beeinflussen können, kann eine Anzeige und Genehmigung durch die zuständige Behörde erforderlich sein.

Welche Felgen dürfen ohne zusätzliche Eintragung verwendet werden?

Grundsätzlich müssen die verwendeten Räder und Reifen den für das Fahrzeug genehmigten technischen Angaben entsprechen.

Ist die gewünschte Rad-Reifen-Kombination bereits durch die Fahrzeugtypgenehmigung beziehungsweise die einschlägigen Genehmigungsunterlagen abgedeckt und werden sämtliche Bedingungen eingehalten, ist nicht automatisch eine zusätzliche Einzelgenehmigung erforderlich.

Bei Zubehörfelgen können außerdem europäische oder internationale Genehmigungen eine Rolle spielen. Entscheidend ist, ob die konkrete Felge für das betreffende Fahrzeug und die vorgesehene Verwendung genehmigt wurde.

Für bestimmte Änderungen bestehen darüber hinaus Ausnahmen von der Anzeigepflicht, wenn die erforderlichen Nachweise und Bestätigungen vorliegen und die gesetzlichen Bedingungen eingehalten werden.

Ob eine solche Ausnahme tatsächlich greift, muss anhand der jeweiligen Unterlagen geprüft werden.

Welche Bedeutung haben ABE und ECE in Österreich?

Im Zusammenhang mit Zubehörfelgen tauchen häufig die Begriffe ABE, ECE-Genehmigung und TÜV-Gutachten auf. Diese Dokumente dürfen nicht miteinander verwechselt werden.

Die ABE (Allgemeine Betriebserlaubnis) ist ein aus Deutschland bekanntes Genehmigungsdokument. Eine deutsche ABE ist in Österreich nicht automatisch als eigenständige Freigabe für die Montage einer Felge gültig. Sie kann unter Umständen als technische Unterlage für eine behördliche Beurteilung herangezogen werden.

Eine ECE-Genehmigung, beispielsweise nach der UN-Regelung Nr. 124 für bestimmte Ersatzräder, gehört dagegen zu einem internationalen Genehmigungssystem. Auch hierbei müssen der vorgesehene Verwendungsbereich und sämtliche Bedingungen beachtet werden.

Ein TÜV- oder Herstellergutachten kann bei der Prüfung einer Änderung hilfreich sein. Ob dadurch eine zusätzliche behördliche Genehmigung oder Eintragung entfällt, hängt jedoch von der konkreten Rechtsgrundlage und dem Umfang der vorhandenen Genehmigung ab.

Wie funktioniert die Eintragung von Zubehörfelgen?

Wenn eine Felgenänderung genehmigungspflichtig ist, erfolgt die technische Beurteilung in Österreich grundsätzlich über die zuständige Landesprüfstelle des jeweiligen Bundeslandes.

Im Rahmen des Verfahrens kann das Fahrzeug überprüft werden. Dabei wird unter anderem beurteilt, ob die geänderte Rad-Reifen-Kombination die Anforderungen an die Verkehrs- und Betriebssicherheit erfüllt.

Je nach Änderung können beispielsweise folgende Unterlagen erforderlich sein:

  • Das Genehmigungsdokument des Fahrzeugs.
  • Technische Unterlagen oder Gutachten des Felgenherstellers.
  • Eine Bestätigung über den fachgerechten Einbau.
  • Gegebenenfalls weitere Nachweise über die technische Eignung.

Die genauen Anforderungen hängen vom Fahrzeug, der Felgenausführung und eventuellen weiteren Umbauten ab.

Wurden beispielsweise das Fahrwerk verändert oder Spurverbreiterungen montiert, kann eine zusätzliche Beurteilung der gesamten Kombination notwendig sein.

Auch die regelmäßige Begutachtung nach § 57a KFG, umgangssprachlich als Pickerl bezeichnet, ersetzt keine erforderliche Genehmigung einer Fahrzeugänderung.

Vor der Montage nicht serienmäßiger Felgen empfiehlt es sich deshalb, die Genehmigungsunterlagen zu prüfen und bei Unklarheiten die zuständige Landesprüfstelle oder eine fachkundige Prüforganisation zu kontaktieren.

Alufelgen oder Stahlfelgen: Was ist bei der Auswahl wichtig?

Nachdem der Lochkreis und die weiteren technischen Maße geklärt sind, stellt sich häufig die Frage nach dem geeigneten Felgenmaterial.

Im Pkw-Bereich kommen hauptsächlich Aluminium- und Stahlfelgen zum Einsatz. Beide Varianten können für den täglichen Straßenverkehr geeignet sein, sofern sie den technischen Anforderungen des Fahrzeugs entsprechen.

Alufelgen

Alufelgen sind in zahlreichen Designs und Oberflächen erhältlich. Je nach Konstruktion können sie leichter ausfallen als vergleichbare Stahlfelgen. Das ist jedoch keine allgemeingültige Eigenschaft aller Aluminiumräder.

Das tatsächliche Gewicht hängt unter anderem von der Größe, der Felgenbreite, dem Design und dem Herstellungsverfahren ab.

Felgen und Reifen gehören zu den ungefederten Massen des Fahrzeugs. Eine Veränderung dieser Massen kann die Arbeitsweise des Fahrwerks beeinflussen. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass jede Alufelge automatisch den Fahrkomfort oder die Lenkpräzision verbessert.

Bei der Auswahl sollten neben dem Design vor allem die Abmessungen, die Tragfähigkeit und die Genehmigungsbedingungen berücksichtigt werden.

Stahlfelgen

Stahlfelgen besitzen häufig eine einfachere Bauweise und können bei vergleichbaren Anwendungen eine preislich interessante Alternative sein.

Sie werden unter anderem als zusätzliche Räder für einen zweiten Reifensatz verwendet. Dabei ist zu beachten, dass auch Stahlfelgen in unterschiedlichen Größen und mit verschiedenen Lochkreisen angeboten werden.

Das Material allein bestimmt weder die Kompatibilität noch die technische Eignung. Auch bei Stahlfelgen müssen PCD, Einpresstiefe, Mittenbohrung und die vorgesehenen Befestigungselemente stimmen.

Warum ist ein zweiter Felgensatz in Österreich praktisch?

In Österreich wechseln viele Autofahrer zwischen Sommer- und Winterbereifung. Ein zusätzlicher Satz kompletter Räder kann diesen saisonalen Wechsel erleichtern.

Wer Sommer- und Winterreifen bereits auf jeweils eigenen Felgen montiert hat, muss beim Räderwechsel nicht jedes Mal die Reifen von den Felgen abziehen und neu aufziehen lassen.

Die Anschaffung eines zweiten Felgensatzes setzt allerdings voraus, dass auch diese Räder für das Fahrzeug geeignet sind.

Für solche Anwendungen werden häufig Stahlfelgen verwendet. Sie können eine praktische Lösung sein, wenn die vorgesehenen Dimensionen und Genehmigungsbedingungen eingehalten werden.

Vor der Zusammenstellung eines zweiten Radsatzes müssen Lochkreis, Mittenbohrung, ET, Tragfähigkeit und die zulässige Reifenabmessung überprüft werden.

Bei Fahrzeugen mit Reifendruckkontrollsystem ist zusätzlich darauf zu achten, dass der neue Radsatz mit dem vorhandenen System kompatibel ist.

Auch beim saisonalen Räderwechsel gelten die Vorgaben zur ordnungsgemäßen Befestigung. Die Radschrauben oder Radmuttern müssen mit dem vorgeschriebenen Anzugsdrehmoment festgezogen werden.

Welche Fehler passieren beim Messen und Montieren von Felgen?

Ein falsch bestimmter Lochkreis kann schnell zu einem Fehlkauf führen. Ebenso problematisch ist es, nur auf den PCD zu achten und andere Felgenmaße zu übersehen.

Besonders häufig treten folgende Fehler auf:

  • Lochkreis und Mittenbohrung verwechseln: Die beiden Maße haben unterschiedliche Aufgaben bei der Radmontage.
  • Ungeeignete Messpunkte verwenden: Bei stark ausgeprägten Schraubensitzen lässt sich der Bohrungsmittelpunkt nicht immer unmittelbar erkennen.
  • Messwerte zu großzügig runden: Ähnliche Lochkreise dürfen nicht aufgrund eines ungenauen Ergebnisses gleichgesetzt werden.
  • Nur den Fahrzeughersteller berücksichtigen: Verschiedene Modelle und Generationen können unterschiedliche Befestigungssysteme besitzen.
  • Die Einpresstiefe ignorieren: Ein falscher ET-Wert kann zu unzureichendem Platz zwischen Rad, Fahrwerk und Karosserie führen.
  • Ungeeignete Befestigungselemente verwenden: Schraubenlänge, Gewinde und Sitzform müssen zur jeweiligen Felge passen.
  • Genehmigungsunterlagen übersehen: Die technische Montierbarkeit bedeutet nicht automatisch, dass die Felge in Österreich ohne weitere Schritte verwendet werden darf.

Warum müssen Radschrauben und Muttern zur Felge passen?

Nicht jede Felge wird mit denselben Befestigungselementen montiert. Je nach Konstruktion können unterschiedliche Schraubenlängen, Gewindedimensionen und Sitzformen erforderlich sein.

Bei den Schraubensitzen wird beispielsweise zwischen Kegelbund und Kugelbund unterschieden. Diese Ausführungen sind nicht beliebig austauschbar.

Auch bei Schrauben, Stiften und Muttern für die Radbefestigung muss daher geprüft werden, ob die gewählten Komponenten den Vorgaben des Fahrzeug- und Felgenherstellers entsprechen.

Die bisher verwendeten Radschrauben dürfen nicht automatisch für neue Felgen übernommen werden. Selbst wenn Gewinde und Schraubenkopf ähnlich aussehen, können Unterschiede in Länge oder Sitzform vorliegen.

Für den abschließenden Anzug ist ein geeigneter Drehmomentschlüssel zu verwenden. Maßgeblich ist der vorgeschriebene Anzugsdrehmomentwert der betreffenden Rad-Fahrzeug-Kombination.

Zu starkes Anziehen kann Bauteile beschädigen. Ein zu geringes Drehmoment kann dagegen die sichere Befestigung beeinträchtigen.

Häufige Fragen zum Felgen-Lochkreis

Wie misst man den Lochkreis bei fünf Löchern?

Der Abstand zwischen den Mittelpunkten zweier benachbarter Befestigungsbohrungen wird gemessen und durch 0,5878 geteilt. Das Ergebnis entspricht näherungsweise dem Lochkreisdurchmesser. Vor der Montage sollte der Wert anhand der technischen Herstellerangaben überprüft werden.

Kann man eine Felge mit 5×112 auf einem Fahrzeug mit 5×114,3 montieren?

Die beiden Lochkreise sind nicht direkt austauschbar. Obwohl beide Felgen fünf Befestigungslöcher besitzen, unterscheiden sich die Positionen der Bohrungen. Eine Montage mit gewöhnlichen Radschrauben darf nicht erzwungen werden.

Wo findet man den Lochkreis einer Felge?

Die Angabe kann auf der Innenseite der Felge eingeprägt oder eingegossen sein. Häufig steht sie auch in den technischen Unterlagen des Felgenherstellers. Ist keine Kennzeichnung vorhanden, kann der Lochkreis mit einem geeigneten Messwerkzeug bestimmt werden.

Steht der Lochkreis im österreichischen Typenschein?

Der Typenschein beziehungsweise das Genehmigungsdokument enthält wichtige Angaben zur Fahrzeugausführung und zu genehmigten Rad-Reifen-Kombinationen. Der genaue Lochkreisdurchmesser muss darin jedoch nicht separat ausgewiesen sein. Gegebenenfalls sind zusätzliche Herstellerunterlagen erforderlich.

Ist eine deutsche ABE für Alufelgen in Österreich gültig?

Eine deutsche ABE bedeutet nicht automatisch, dass eine Zubehörfelge in Österreich ohne weitere Prüfung oder Eintragung verwendet werden darf. Sie kann als technische Unterlage hilfreich sein. Entscheidend sind die für Österreich geltenden Genehmigungsbedingungen und der konkrete Verwendungsbereich der Felge.

Muss man andere Felgen in Österreich typisieren lassen?

Das hängt von der Felge, den bereits genehmigten Rad-Reifen-Kombinationen und den vorhandenen Genehmigungsunterlagen ab. Bestimmte Änderungen können ohne zusätzliche Eintragung zulässig sein, wenn die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Bei anderen ist eine Genehmigung beziehungsweise Eintragung durch die zuständige Landesprüfstelle erforderlich.

Haben Alufelgen und Stahlfelgen denselben Lochkreis?

Beide Felgenarten können denselben PCD besitzen. Der Lochkreis hängt von der vorgesehenen Radbefestigung ab und nicht unmittelbar vom verwendeten Material. Die übrigen Maße und die Genehmigung müssen dennoch gesondert geprüft werden.

Kann man den Lochkreis messen, ohne das Rad abzubauen?

Je nach Felgenkonstruktion ist das eingeschränkt möglich. Bei montierten Rädern können Radschrauben, Radmuttern oder Abdeckungen die Messung erschweren. Eine Messung an der demontierten Felge oder die Verwendung verlässlicher Herstellerdaten ist daher häufig genauer.

Kann man größere Felgen mit demselben Lochkreis montieren?

Ein identischer PCD reicht nicht aus. Auch Felgendurchmesser, Breite, Einpresstiefe, Mittenbohrung, Tragfähigkeit und die vorgesehene Reifendimension müssen passen. Zusätzlich ist zu prüfen, ob die Rad-Reifen-Kombination für das Fahrzeug genehmigt ist oder eine entsprechende Änderung genehmigt werden muss.

Was sollte vor dem Kauf neuer Felgen überprüft werden?

Der Lochkreis ist eine der wichtigsten Abmessungen bei der Auswahl neuer Felgen. Bei vier oder sechs Befestigungslöchern lässt er sich direkt zwischen zwei gegenüberliegenden Bohrungen messen. Bei fünf Löchern ist eine Berechnung oder ein spezielles Messwerkzeug erforderlich.

Die selbst ermittelten Werte sollten mit den technischen Angaben des Herstellers verglichen werden. Eine ungefähre Messung ist kein ausreichender Nachweis dafür, dass sich eine Felge sicher montieren lässt.

Neben dem PCD müssen Felgenbreite, Durchmesser, Einpresstiefe, Mittenbohrung, Tragfähigkeit und die vorgesehenen Befestigungselemente berücksichtigt werden. Auch der Platz für Bremsanlage, Fahrwerk und Reifen muss ausreichen.

In Österreich ist außerdem zu prüfen, ob die gewählte Rad-Reifen-Kombination bereits durch die Fahrzeugunterlagen oder eine entsprechende Genehmigung abgedeckt ist. Falls eine Eintragung oder Typisierung erforderlich ist, sollte die Zulässigkeit vor der Montage mit der zuständigen Stelle geklärt werden.

Bei unklaren Felgenmaßen oder fehlenden Genehmigungsnachweisen ist eine fachliche Überprüfung sinnvoll. So lassen sich Fehlkäufe, Montageprobleme und Sicherheitsrisiken vermeiden.

 

 

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